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Markenbotschafter – Der Motor des Audi R15TDI im Detail. Teil 2

Markenbotschafter - Der Motor des Audi T
Der erste Teil des Beitrags über den V10-Motor des Audi R15 endete mit dem Turbo­lader und den weiteren Aggregaten im Abgasstrang. In diesem Beitrag beleuchten die Autoren einige der wesentlichen Entwicklungsschwerpunkte. Basis für die Untersuchung der Luftführung und des Ladungswechsels waren umfangreiche Simulationsarbeiten, die ebenfalls näher ausgeführt sind.  Dieser Artikel basiert auf der Präsentation, die im Mai 2011 auf dem Wiener Motoren­symposium von Hartmut DIel gehalten wurde, einem der Autoren.

Motorentwicklung
Die Entscheidung für einen V10TDI führte zu neuen Randbedingungen für Motormechanik und Thermodynamik. Während der optimale Hubraum von 5,5 l beibehalten wurde, änderte sich das Hub-Bohrungsverhältnis. Damit konnte das serienbasierte Brennverfahren, das in den letzten Jahren weiterentwickelt worden war, nicht weiter verwendet werden.

V10 Diesel engine of the Audi R15TDI
V10-Diesel-Motor des Audi R15TDI

Dank der intensiven Thermodynamik-Untersuchungen am R10 V12TDI lagen bereits umfangreiche Erfahrungen vor, ebenso konnten sämtliche Ergebnisse vom 1-Zylinder-Prüfstand vollständig auf den Vollmotor übertragen werden. So war es möglich, schneller und kostengünstiger zu entwickeln und für die nun neuen geometrischen Randbedingungen eine sehr breite Matrix an relevanten Bauteilen und Varianten thermodynamisch optimal auszulegen.

Nachfolgend eine Aufstellung der wichtigsten Bauteile und Ziele, die im Rahmen der Thermodynamik-Entwicklung neu optimiert wurden:
Luftführung- und Ladungswechsel-Entwicklung
• Saugrohr und Luftsammler
• Ventilsteuerung
• Ein- und Auslasskanäle (Drall und
Durchfluss)
• Abgasführung
    Einspritz-Hydraulik-Entwicklung
• CR-Injektor
• Düse (Einspritzstrahlgeometrie)
• Einspritz-/Raildruck
Kolben-Entwicklung
• Material
• Muldengeometrie
• Verdichtung
• Kühlung
ATL-Auswahl (Wirkungsgrad, Nutzdrehzahlbereich, Ansprechverhalten)
Verbrauchsentwicklung
Abgasnachbehandlung
Einspritz-Hydraulik-Entwicklung

Um eine leistungsstarke, verbrauchsgünstige und emissionsarme Verbrennung zu gewährleisten, müssen viele Parameter exakt aufeinander abgestimmt werden. Die beim R15 V10TDI überarbeitete Zylinderluftbewegung mit größeren Kanälen, höheren Kolbengeschwindigkeiten und einer geänderten Muldenform erforderte eine entsprechende Anpassung der Einspritz-Komponenten, um eine optimale Kraftstoffaufbereitung zu erzielen.

Besondere Bedeutung kommt der Kraftstoffzerstäubung beim Einspritzvorgang zu. Einen wesentlichen Einfluss spielt hier der Raildruck. Die Einspritzdrücke von 2000 bar, die beim R10 V12TDI realisiert wurden, werden inzwischen auch in der Serie eingesetzt. Ziel war es deshalb, in Zusammenarbeit mit der Firma Bosch die Common-Rail-Technik für höhere Einspritzdrücke weiter zu entwickeln. Durch Modifikationen am CR-System war eine Erhöhung des maximalen Raildrucks auf bis zu 2400 bar über die gesamte Renndistanz möglich. Abbildung 1 zeigt exemplarisch den Leistungszuwachs für den Bereich der Nennleistung durch die bisherigen Raildruck-Steigerungen.

Während beim R10 V12TDI über die drei Jahre bis 2008 eine Leistungssteigerung von ca. 6% erzielt wurde, konnten die Entwickler beim R15 V10TDI die Leistung in den beiden letzten Jahren um fast 4% steigern. Diese Ergebnisse wurden bei unverändert niedrigen Rauchzahlen und gleichzeitig günstigerem spezifischem Verbrauch erreicht.

Abgasturbolader-Entwicklung
Die Entwicklung eines siegfähigen Turbo-Aggregats und vor allem die Adaption und Optimierung der Aufladegruppe zu den vom Reglement vorgegebenen Begrenzungen wie Restriktordurchmesser (max. Luftdurchsatz) und Ladedruck sowie die Erstellung eines komplexen ATL-Regelsystems für den transienten Rennbetrieb stellen sehr hohe Anforderungen an die Motorenentwicklung.

Während beim Saugmotor nur der Restriktorquerschnitt als Maß für die Nennleistung des Motors gilt, ist beim Turbomotor das Zusammenspiel aus Restriktordurchmesser und maximalem Ladedruck entscheidend. Eine Reduzierung der Luftmasse bzw. Leistung durch Verringerung der Restriktor-Querschnittsfläche führt bei unverändertem Hubvolumen zunächst zu einer Absenkung der Nenndrehzahl. Im Gegensatz dazu resultiert aus einer Reduzierung des Ladedrucks bzw. Drehmoments eine Anhebung der Nenndrehzahl. In Abbildung 2 sind diese Einflüsse qualitativ veranschaulicht.

Aus diesem Grund kommt der Aufladegruppe hinsichtlich Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Leistungsfreigabe eine wesentlich höhere Bedeutung zu. Neben der Auslegung auf günstigste Wirkungsgrade müssen die Abgasturbolader auch bezüglich der Dimensionierung (maximale Luftmasse) und dem geforderten Motor-Nutzdrehzahlbereich optimal angepasst werden.

Während beim R10 noch ein konventioneller Abgasturbolader mit Wastegate zum Einsatz kam, wurden für den R15 sowohl der Verdichter als auch die Turbine komplett neu entwickelt. Das Entwicklerteam hatte das Ziel, neben der Neuauslegung der Verdichterräder und -gehäuse, die bekannten Vorteile einer Turbine mit variabler Turbinen-Geometrie (VTG) auch im Renneinsatz zu nutzen.
 
Verdichter
Die Grund-Auslegung des Verdichters beim Abgasturbolader (ATL) erfolgt anhand des gewünschten Ladedruckverlaufs. Die Volllastlinie muss dabei so verlaufen, dass die maximalen Verdichter-Wirkungsgrade im Hauptfahrbereich des Motors liegen. Der Abstand zur Pumpgrenze sollte dabei ausreichend groß bemessen sein.

Abb. 3 Verdichterkennfelder vor (li.) und nach (re.) Optimierung
Abb. 3 Verdichterkennfelder vor (li.) und nach (re.) Optimierung


In Abbildung 3 sind zwei Verdichterkennfelder gegenübergestellt. Links die alte Auslegung für den Wastegate-ATL, rechts der neue optimierte Verdichter für den VTG-ATL. Zusätzlich ist der Motorbetriebspunkt im Bereich der Nennleistung eingetragen.

Man erkennt deutlich den um ca. 5% höheren Wirkungsgrad, der nahezu über die komplette Volllast zur Verfügung steht. Der optimierte Verdichter lässt eine ca. 8% höhere ATL-Drehzahl zu, bei einem gleichzeitig günstigerem Abgasgegendruck.

Besonders vorteilhaft wirkt sich der höhere Wirkungsgrad auf die Ladelufttemperatur nach Verdichter aus, sie wurde um bis zu 12% reduziert. Eine Absenkung der Ladelufttemperatur führt bei unveränderter Ladeluftkühlung im unrestriktierten Drehzahlbereich zu einer Zunahme der Luftmasse und damit zu einem höheren Drehmoment. Im restriktierten Drehzahlbereich kann die Temperaturabsenkung allerdings keine weitere Leistungssteigerung bewirken, da hier die maximale Luftmasse durch den Restriktor begrenzt ist. Allerdings sinkt im Restriktorbereich bei konstanter Luftmasse und abnehmender Ladelufttemperatur auch der Ladedruck. Dies kann bei höheren Umgebungstemperaturen und den dann höheren Ladelufttemperaturen mehr Reserven beim Abstand zur Ladedruckgrenze schaffen.

Die Reduzierung der Ladelufttemperatur nach Verdichter eröffnet zudem die Möglichkeit, fahrzeugseitig die Ladeluftkühler kleiner zu dimensionieren und damit den Luftwiderstand des Fahrzeuges zu reduzieren. Hier muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen Fahrzeugperformance, Motordrehmoment und Sicherheit bei möglichen Ladeluftkühlerverschmutzungen im Rennbetrieb.

Turbine mit variabler Geometrie (VTG)
Turbolader arbeiten nur in einem relativ schmalen Motordrehzahlband optimal. Ein Abgasturbolader, der bei höheren Motor-Drehzahlen seinen optimalen Arbeitsbereich hat, wird bei geringen Motordrehzahlen daher Defizite im Ladedruck und Ansprechverhalten zeigen.

Um das nutzbare Drehzahlband zu vergrößern, verwendet man inzwischen in der Turbodiesel-Serienproduktion allgemein Abgasturbolader (ATL) mit VTG. Diese ATL lassen sich allerdings aus mehreren Gründen nicht in einem Hochleistungs-Rennmotor einsetzen.

Ein für den Rennsport zu entwickelndes VTG-System stellt extreme Anforderungen an die Auslegung und anschließende Erprobung. Der komplexe Verbund der beweglichen Teile des VTG Stellers muss auch bei den maximal auftretenden Abgastemperaturen von ca. 1050°C zuverlässig arbeiten. Zusätzlich darf sich gegenüber dem herkömmlichen Ladedruck-Regelsystem mit Wastegate kein Gewichtsnachteil ergeben.

Bei der VTG-Entwicklung konnten die Ingenieure mit der Wahl der geeigneten Turbine einen erheblichen Fortschritt erzielen. Im Vergleich zum ATL mit Wastegate ergab sich im gesamten Drehzahlbereich ein bis zu 15% geringerer Abgasgegendruck. Zusätzlich erweiterte sich der Drehzahlbereich, bei dem der maximale Ladedruck zur Verfügung steht, um 250 1/min nach unten. Für das Gesamtpaket Verdichter und VTG-Turbine verbesserte sich damit die Motorleistung um ca. 2% bei einem bis zu 4% günstigeren spezifischen Verbrauch (Abb. 4).
Den entscheidenden Vorteil liefert der VTG-ATL aber naturgemäß nicht im Stationärbetrieb, sondern in der Dynamik. Die Punkte Ansprechverhalten und Dosierbarkeit sind wichtige Kriterien in der Entwicklung des VTG-Systems, speziell bei der Applikation. Hier bietet die VTG klare Vorteile gegenüber dem im R10 verwendeten Turbolader mit Wastegate-Regelung.

Die Vorzüge gegenüber dem konventionellen System mit Wastegate liegen beim VTG nicht zuletzt auch in der Regelgüte und den damit verbundenen Möglichkeiten, das System sehr fein zu dosieren. Auch im dynamischen Verhalten, bei Erreichen des maximal erlaubten Ladedrucks, ist eine Annäherung an die reglementierte Ladedruckgrenze exakter möglich.

Abb. 5 Potential VTG- zu Wastegate-ATL im Instationärbetrieb
Abb. 5 Potential VTG- zu Wastegate-ATL im Instationärbetrieb


Bedingt durch die präzise und damit effektive Anströmung des Turbinenrades ist auch im Schubbetrieb ein höheres Ladedruckniveau darstellbar. Dieses führt dann im transienten Betrieb, dem Übergang von Schubbetrieb zur Volllast, durch den schnelleren Ladedruckaufbau zu einer deutlichen Verbesserung des Ansprechverhaltens. In Abb. 5 ist ein Vergleich des konventionellen ATL mit Wastegate zum VTG-System dargestellt, der diesen Fortschritt verdeutlicht.

Verbrauchs­entwicklung
Ein geringer Verbrauch war im Motorsport schon immer von großer Bedeutung. Bei einem Langstreckenrennen wie in Le Mans wird ein Wettbewerbsvorteil durch die Verwendung verbrauchsarmer Motoren besonders deutlich: Mit dem vorgegebenen Tankvolumen die maximale Reichweite zu erzielen und somit die Anzahl der notwendigen Tankstopps zu reduzieren, kann für den Ausgang des Rennens entscheidend sein. Zudem setzte der Veranstalter in der Vergangenheit verschiedene Reglements-Anpassungen um, die den Verbrauchsvorteil der Dieselfahrzeuge gegenüber den Fahrzeugen mit Ottomotor ausgleichen sollten.


Abb. 6 Reglementänderungen: Tankvol. / Durchflussrestriktor Tankanlage
Abb. 6 Reglementänderungen: Tankvol. / Durchflussrestriktor Tankanlage


Aus Abb. 6 wird deutlich, dass sich neben der Tankgröße im Rennfahrzeug ab 2009 zusätzlich auch der Durchmesser des Tankrestriktors an der Tankanlage verringert hat. Die Reduzierung des Kraftstoff-Durchflusses führt zu längeren Standzeiten beim Tanken, so dass der Entwicklungspunkt »Effizienzsteigerung« eine hohe Priorität erhält. Der Gewinn mehrerer Effizienzpreise belegt, dass Audi im Motorsport diese Entwicklung erfolgreich umgesetzt hat. So hat der R15 bereits in seinem ersten Einsatzjahr 2009 gleich zweimal, bei den 12 Stunden von Sebring und bei dem 10 Stunden Rennen »Petit Le Mans« in Road Atlanta, die Auszeichnung der Michelin »Green X Challenge« für das Auto mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch seiner Klasse gewonnen.

Die Herausforderung bei der Entwicklung besteht darin, einen Hochleistungsmotor so abzustimmen, dass ein minimaler Kraftstoffverbrauch ohne nennenswerte Leistungseinbußen erreicht wird. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen der Entwicklung Varianten der Mehrfacheinspritzung untersucht und gangabhängig optimierte Mengenkennfelder eingeführt. Zusätzlich leistet eine exakte Verbrauchsberechnung im Steuergerät wertvolle Hilfestellung bei der Anpassung der Rennstrategie an die Rennsituation.

Weiterhin werden verbrauchsoptimierte Kennfelder für sich ändernde Rennbedingungen hinterlegt, auf die der Fahrer per Schalterstellung Zugriff hat (z.B. Wetteränderungen und Pacecar-Phasen).

Noch während der Motorentwicklung erfolgt neben der Erprobung im Fahrzeug eine Validierung der Effizienzsteigerungs-Maßnahmen durch Rennstreckensimulation am Prüfstand. Damit lässt sich der Verbrauchseinfluss verschiedener Bedatungen zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt ermitteln. Dies ist für die Vorgehensweise der weiteren Entwicklung außerordentlich wichtig. Durch den Wegfall des Pre-Qualifyings gewann dies noch mehr an Bedeutung, da die Rennstrecke in Le Mans jetzt nur während der Rennwoche verfügbar ist. Somit lassen sich die endgültigen Verbrauchswerte erst in der Rennwoche ermitteln. Zu diesem Zeitpunkt noch umfangreiche Bedatungsänderungen durchzuführen wäre dann zu riskant. Neben den aufgeführten Änderungen am Fahrzeugstank und der Tankanlage gab es die bereits erwähnten Reglement-Änderungen des ACO hinsichtlich Ladedruck und Luftmassenrestriktor, mit dem Ziel, die Motorleistung weiter zu reduzieren und somit Einfluss auf die Gesamtperformance des Fahrzeugs zu nehmen (Abb. 6).

Abb. 7 Entwicklung von Leistung / Verbrauch
Abb. 7 Entwicklung von Leistung / Verbrauch


Die Reduzierung der Restriktorquerschnittsfläche um ca. 12% führte zu einer Absenkung der Motorleistung in gleicher Höhe. Bis zum Rennen in Le Mans konnte rund die Hälfte des Verlusts aufgeholt werden. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bewirkten parallel dazu eine Reduktion des spezifischen Verbrauchs um ca. 8% (Abb. 7).

Abgas­nach­behandlung / Diesel­partikelfilter
Zu den Herausforderungen im modernen Motorsport gehört die Darstellung der Spitzenleistungsfähigkeit des Gesamtfahrzeugs und des Motors. Abgeleitet aus den Ansprüchen der Serienentwicklung im Bereich Emissionen und Abgasnormen besteht für Audi auch im Motorsport der Anspruch, in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Abb. 8 DPF-Positionierung im Fahrzeug
Abb. 8 DPF-Positionierung im Fahrzeug


Wie schon im R10 setzt Audi auch beim R15 auf Abgasreinigung mit einem voll funktionsfähigen Dieselpartikelfilter (DPF). Das Fahrzeugkonzept des Audi R15 ließ nur wenig Bauraum für die den Motor umgebenden Teile, daher ist der Bereich für die Abgasperipherie stark eingeschränkt. Im R10 befand sich der Abgasaustritt noch am hinteren Ende des Fahrzeugs, beim R15 dagegen im mittleren, oberen Bereich der Heckpartie (Abb. 8).

Das Package-Konzept ließ sich u.a. durch eine Veränderung der Substrat­geometrie realisieren. Im Gegensatz zu den ovalen DPF-Monolithen aus dem R10 kommen im R15 runde zur Anwendung. Die notwendigen Geometrieänderungen sind Abb. 9 zu entnehmen.

Der aus der Geometrieänderung hervorgehende Einfluss auf den Abgasgegendruck machte an dieser Stelle ebenfalls Optimierungsbedarf notwendig. Der Abgasgegendruck steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Leistungsverhalten des Motors. Weitere Entwicklungsarbeit zur Verringerung des Gegendrucks wurde hier im Bereich der DPF-Zellendichte und der Substartporosität geleistet. Der Zusammenhang zwischen Abgasgegendruck und Leistungsverhalten ist in Abb. 10 dargestellt.

Abb. 10 Abhängigkeit Motorleistung vom Abgasgegendruck vor DPF
Abb. 10 Abhängigkeit Motorleistung vom Abgasgegendruck vor DPF 


Ziel der Entwicklung war es, trotz der engen geometrischen Randbedingungen die bereits geringen Gegendruckwerte aus dem R10 zu unterschreiten. Weiterhin haben verschiedene Entwicklungsvarianten von Substrat und Porosität einen erheblichen Einfluss auf das Regenerationsverhalten des DPF. Bei einer nicht vollständigen Regeneration des DPF im Fahrbetrieb kommt es zu einer Beladung des Substrats, dies hätte dann einen entsprechend gestiegenen Abgasgegendruck und somit Leistungsverlust zur Folge. Zusätzlich besteht in dem Zustand ebenfalls die Gefahr die DPF-Monolithen zu beschädigen.

Der in Zusammenarbeit mit Dow Automotive entwickelte DPF stellt auch unter den gestiegenen Anforderungen eine vollständige Regeneration sicher. Dieses Verhalten ist in Abb. 11 dargestellt. Das Bild zeigt das Fahrpedal des Fahrers und den sich einstellenden Abgasgegendruck auf einer Le Mans Runde. Zu erkennen ist hier das der gemessene Abgasgegendruck den gesetzten Zielwert von 200 mbar nicht überschreitet.

Abb. 11 Dynamischer Verlauf Abgasgegendruck – Regenerieren / Beladen
Abb. 11 Dynamischer Verlauf Abgasgegendruck – Regenerieren / Beladen 


Für eine entsprechende Regeneration und Konvertierung muss ebenfalls sichergestellt werden, dass die Abgastemperatur während des Betriebs eine Temperaturgrenze von 650°C nicht unterschreitet. Im Rennen wird der DPF durch thermische Belastungen zusätzlich erheblich beansprucht. Bedingt ist dies durch die großen Abgastemperaturunterschiede während einer Runde mit einem Vollastanteil von über 70%, die extremen Bremsphasen und das komplette Abstellen des Motors während eines Boxenstopps. Diese Belastungen erfordern ebenfalls eine Berücksichtigung bei der Auswahl des Substratmaterials.

In der nächsten Ausgabe von motorsport-guide werden die grundlegenden Berechnungen für die Auslegung des Motors vorgestellt. [•]
Autoren: Dipl.-Ing. Ulrich Baretzky, Dipl.-Ing. Hartmut Diel, Dipl.-Ing. (FH) Stefan Dreyer, Dipl.-Ing. Wolfgang Hatz, Dipl.-Ing. Wolfgang Kotauschek, Dr.-Ing. Peter Kuntz, Dipl.-Ing. Thomas Reuss, Dr.-Ing. Wolfgang Ullrich














































Fig. 1: Influence of rail pressure on power-output
Abb. 1 Einfluss des Raildrucks auf die
Motorleistung 































































Abb. 2 Einfluss Restriktor- und Ladedruck-Änderungen auf Drehmoment und Nennleistung
Abb. 2 Einfluss Restriktor- und Ladedruck-Änderungen auf Drehmoment und Nennleistung



























Abb. 4 Potential VTG- zu Wastegate-ATL im Stationärbetrieb
Abb. 4 Potential VTG- zu Wastegate-ATL im Stationärbetrieb 



































































































































































































Abb. 9 Vergleich DPF R10 / R15
Abb. 9 Vergleich DPF R10 / R15








(von Michael Hackethal)

Stichworte:
Antrieb
Motor