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Markenbotschafter – Der Motor des Audi R15TDI im Detail

Seit dem historischen Sieg des V12TDI von Audi bei den 24h von Le Mans 2006 , dem ersten Triumph eines Dieselmotors im Rennsport, wurde das härteste Langstrecken­rennen der Welt nur noch mit Selbstzündern gewonnen. Als Pionier des direkteinspritzenden Dieselmotors im PKW hat Konstrukteur Ulrich Baretzky damit dem Dieselantrieb einen festen Platz im Motorsport ermöglicht. Auch der Nachfolger des 12-Zylinders, der V10TDI des R15, ist ein höchst innovatives Aggregat. Basierend auf einer Präsentation für das Wiener Motorensymposium stellt motorsport-guide dieses erfolgreiche Motorenkonzept mit seinen Weiterentwicklungen erstmals im Detail vor.

Markenbotschafter - Der Motor des Audi R15TDI im Detail
Mit der Einführung eines Reglements für Dieselmotoren hat sich der Charakter der Rennen in Le Mans verändert. Seit Audi als erster Hersteller den R10 mit Dieselmotor ins Rennen schickte und gleich beim ersten Einsatz überlegen gewann, haben Benzin-getriebene Fahrzeuge keinen Sieg mehr geholt.

Motor des Audi R15 TDI
Motor des Audi R15 TDI (oben) und R10 TDI (unten) im Vergleich

Motor des R10 TDI

Auch wenn das vor allem eine Frage der Reglement-Balance zwischen den unterschiedlichen Konzepten ist (Diesel hat ca. 5% mehr Energiegehalt als Benzin) – dank Sparsamkeit, Drehmoment, breitem nutzbarem Drehzahlband und Zuverläsigkeit erweist sich der Dieselmotor als dem Benziner überlegen. Eine Ø-Geschwindigkeit von 225 km/h und 5410,7km gefahrene Distanz bei 397 Runden im Jahr 2010 bedeuteten einen neuen Rekord in der Geschichte des 24h-Rennens in Le Mans.

Audi fährt in Le Mans, weil sich dort Technik für die Serie entwickeln lässt. Ulrich Baretzky, Leiter Motorenentwicklung Audi Sport: »In die neue Generation des 3,0 l TDI sind viele Erkenntnisse eingeflossen, die wir in Le Mans gewonnen haben, z. B. hoher Einspritz- und Zündruck.«

Mit dem R15 setzte Audi ab 2008 einen komplett neu konstruierten Motor ein, der wie sein Vorgänger aus dem R10 mit Turboaufladung und Direkteinspritzung arbeitete. Er basierte auf dem Konzept des V12, holte aber seine Kraft bei gleichem Hubraum aus nunmehr zehn statt zwölf Zylindern und bot das insgesamt effizientere und leichtere Package. Neue Werkstoffe machten es möglich, die höhere Kolbenbelastung infolge größerer Bohrung zu kompensieren.

Das Siegerfahrzeug hatte während seiner 33 Boxenstopps 2010 eine Standzeit von nur 35.25 Minuten (2009: 61.68 min bei 33 Stopps). Bei einer Streckenlänge von 13,650 km und einem vorgeschriebenen Tankvolumen von 81 l war der R15 in der Lage, Stints von 13 Runden zu fahren. Das entspricht einem Verbrauch von ca. 42 bis 45 l/100 km bei über 70% Volllastanteil und 33 Stopps. 2009 gewann der R15 zweimal die Auszeichung »Michelin Green X Challenge« für geringsten Kraftstoffverbrauch in seiner Klasse.

Diese hohe Effizienz wird durch zahlreiche Detaillösungen erreicht, bis hin zu gangabhängigen Mengenkennfelder für die Direkteinspritzung. Auch das Steuergerät liefert eine Verbrauchsberechnung – entscheidende Informationen für die Renn­strategie. Spezielle Kennfelder z.B. für Pace-Car-Phasen oder Regen stehen den Fahrern auf Knopfdruck zur Verfügung und helfen, den Verbrauch weiter zu senken.

Reglement und Konzeptfindung
Das Reglement fördert gezielt die Entwicklung effi­zienter Motoren. Im Laufe der Jahre wurde die Öffnung der vom Reglement vorgeschriebenen Restriktoren immer weiter verringert. Parallel dazu senkte der ACO die zulässigen Ladedrücke für die Turbolader (Abb. 1). So erwirkt er eine Entschärfung der Rundenzeiten aus Sicherheitsgründen, zugleich zwingen diese Vorgaben die Motorenbauer zu ständiger Optimierung der Leistungsausbeute – ganz im Sinne der Hersteller, die darin den Bezug zur Alltagstechnik sehen.

Bei der Überlegung, wie der neue Motor aussehen könnte, wurden zunächst die wichtigsten Parameter des Gesamtfahrzeugs und der Firmenphilosophie abgewogen:
• Fahrzeugpackage
• Hubraum
• Motorgewicht
• Schwerpunktlage
• Baulänge
• Kolbenbelastung
• Schwingungsverhalten
• Entwicklungspotential
• Transfer von/zu Serienmotoren

Abb. 1 und 2

Mit Hilfe von Simulationsrechnungen auf der Basis vorliegender Streckendaten konnte das Entwicklungsteam einige Konzeptgrundlagen festlegen:
• Leistung über 650 PS
• Drehmoment größer 1100 Nm in einem breiten nutzbaren Drehzahlband, um ein 5-Gang-Getriebe einsetzen zu können
• Motorgesamtgewicht <220 kg
• Gleiche Steifigkeit im Fahrzeugverbund
• Volltragende Bauweise (analog R10 V12TDI)
Im September 2007 fiel nach einer Bewertung des R10-Gesamtpackages die Entscheidung für die Entwicklung des neuen Motors. Ulrich Baretzky begründet die Entscheidung mit der Möglichkeit, den Motor kürzer zu bauen und so die Fahrzeugbalance zu optimieren: »Die Packagemaße für einen 5,5-l-V10-Motor zeigen den Längenvorteil des 10-Zylinderkonzepts. Dagegen baut der V12-Motor tiefer im Fahrzeug, bei etwas geringeren Abmessungen in Höhe und Motorbreite.« Der 8-Zylinder wurde aufgrund zu hoher Belastung der Komponenten verworfen (Abb. 2). 

Durch die Verringerung der Zylinderzahl bei identischem Gesamthubraum stieg das Einzelvolumen je Zylinder um 20%, entsprechend die erforderliche Einspritzmenge. Das gemeinsam mit Bosch entwickelte neue Hydrauliksystem wurde diesen Anforderungen gerecht.
Eine Herausforderung stellte die um 12 % gestiegene Kolbenflächenbelastung dar. Lieferant Mahle begegnete den höheren Drücken durch einen Wechsel von Aluminiumkolben mit faserverstärktem Muldenrand auf Stahlkolben. Diese waren bereits im V12 erprobt worden, wegen der zuverlässig arbeitenden Aluminium­komponenten aber nicht zum Renneinsatz gekommen. (Peugeot hatte die Stahlvariante bereits ein Jahr früher im Einsatz als Audi.)

Vorgabe für die Motorenentwicklung war, dass Aerodynamik und Balance nicht negativ beeinflusst werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt blieben noch 18 Monate bis zum ersten Renneinsatz.

Entwicklungsmethodik

Dank der für den V12 seinerzeit geleisteten Grundlagenarbeit in der Entwicklung des Brennverfahrens und seiner bewährten Eigenschaften hatte das Team frühzeitig beschlossen, dessen Grundarchitektur zu übernehmen und für den beschlossenen 10-Zylinder zu adaptieren. So sollte es möglich sein, die Entwicklungszeit von damals 30 auf insgesamt 20 Monate zu verkürzen.

So blieben der Zylinderabstand und die Anordnung der Pumpen- und Nockenwellenantriebe unverändert. Auch bei der Gestaltung der Kanäle im Zylinderkopf konnten wesentliche Erkenntnisse in das zunächst konstruierte 1-Zylinder-Aggregat übernommen werden, das aus einem umgebauten Entwicklungsmotor des V12 entstand und für die Brennverfahrensentwicklung und Dauerhaltbarkeitstests diente. Ein Teil der Komponenten wurde mit Rapid Prototyping hergestellt, um die Zeit optimal zu nutzen.

Parallel zum 1-Zylinder-Zylinderkopf erfolgte die Konstruktion von Zylinderkopf und Gesamtmotor mitsamt deren Berechnung. Bosch entwickelte die Motronic MS 14.1, die mit dem ersten Probelauf zum Einsatz kam.

Anschließend erfolgte die Mechanik-Entwicklung, danach die stationäre und instationäre Erprobung des V10 inklusive eines rennähnlichen Dauerlaufs. Roll-Out und Fahrzeugtest verliefen problemlos (s. Abb. 3).

Abb. 3: Zeitplan für die Entwicklung des R15 V10TDI
Abb. 3: Zeitplan für die Entwicklung des R15 V10TDI


Aufbau des Motors
Bei der Konzeption des Motors standen folgende Zielsetzungen im Vordergrund:
• kompakte Abmessungen;
• hohe Triebwerkssteifigkeit bei geringem Gewicht;
• sehr hohe mechanische Belastbarkeit;
• hoher Integrationsgrad von Komponenten;
• geringe Zahl von Außenanschlüssen.
Baretzky: »Der Bankwinkel von 90 Grad wurde beibehalten, da er den besten Kompromiss hinsichtlich Torsionssteifigkeit, Bauhöhe und Schwerpunktlage für dieses Fahrzeug darstellt. Der ungleiche Zündabstand bei einer Kurbelwelle mit durchgehendem Zapfen hat im Renn­fahrzeug keinen Einfluss.«

Trotz eines um 9 % vergrößerten Hubs konnte der Abstand der Kurbelwellenmitte zur Bodenplatte um 4 % verringert werden – vorteilhaft für einen niedrigen Schwerpunkt. Zusätzlich sind alle Komponenten mit Blick auf modularen Aufbau und schnelle Austauschbarkeit konstruiert.
Der Closed-Deck-Zylinderblock aus Leicht­metall entstand im Sophia®-Nieder­druck­sand­gussverfahren in einer untereutektischen Legierung, die Kolben arbeiten in Nikasil-beschichteten Zylinderlaufbüchsen.

Das Thema Kühlung ist in Le Mans immer aktuell, wenn es nicht gerade in Strömen regnet. Ölkanäle mit Absteuerventilen für die Kolbenkühlung sind in den Block integriert, die eingegossenen Wasserkanäle bilden geschlossene Kreisläufe bis auf die Verbindung zum Wasserkühler, überwacht von Druck- und Temperatursensoren, ebenso der Ölkreislauf.
Wie schon beim V12 ist das Kurbelgehäuse als hochbelastbares Gussteil ausgelegt (Leiterrahmenkonstruktion), dank gerichteter Erstarrung beim Guss (Sophia®-Verfahren) verfügt es über eine hohe Festigkeit von Rm 350 MPa. Dabei sind die Wandstärken zum Teil auf unter 2 mm reduziert. Die Lagerstühle sind über den seitlichen Absaugschacht des Trockensumpfes und Verrippungen verbunden, was gemeinsam mit dem Kurbelgehäuseoberteil eine sehr steife Einheit ergibt, vergleichbar mit dem Monocoque. Die Hauptlager sind doppelt verschraubt. Die 4 Stiftschrauben der unteren Motorbefestigung zum Monocoque sind am Zahnradschacht angebunden und werden über Versteifungen an den Hauptlagern abgestützt.

Abb. 4: Gesamtmotor
Abb. 4: Gesamtmotor

Bei der Auslegung der Kurbelwelle fanden mehrere Aspekte Berücksichtigung:
• Lagerbelastung durch maximalen Zünddruck, Massenkräfte
• Freie Momente erster und zweiter Ordnung
• Torsions- und Biegesteifigkeit
• Minimales Gewicht

Abb. 5: Motorblock
Abb. 5: Motorblock


Die im Gegensatz zum 12-Zylinder weniger ausgewogene Momentenverteilung bei 10 Zylindern ist kein gravierendes Problem. »Die nach außen wirkenden Momente erster Ordnung sind für die gewählte Kröpfungsanordnung auch ohne Ausgleichsmassen minimal«, erläutert Baretzky. »Die Momente zweiter Ordnung beschränken sich für ein Rennfahrzeug auf ein erträgliches Maß.« Ein Schwingungsdämpfer war nicht erforderlich.

Abb.6: Kurbelwelle
Abb.6: Kurbelwelle


Die Anordnung des Zahnradantriebs auf der vorderen Stirnseite des Motors hatte sich schon im R10 bewährt und wurde daher übernommen. Nockenwellen, Öl- und Wasserpumpen sowie Hochdruck-Kraftstoffpumpen erhalten ihren Antrieb aus den Stahl-Zahnrädern, deren nadelgelagerte Steckachsen im Gehäuse untergebracht sind. Zusätzlich gleichen sie Toleranzen und Höhenänderungen des Zylinderkopfes aus. Dabei musste die geänderte Blockhöhe des Kurbelgehäuses berücksichtigt werden.

Nebenaggregate
Das Öl wird von Ölhobeln rechtsseitig aus dem Trockensumpf entnommen, die Pumpen für Öl und Wasser sind zu beiden Seiten des Kurbelgehäuses angebracht, während die Druckstufe links mit den Absaugstufen des Turboladers und des Zahnradschachts angeordnet ist. Der Ölfilter ist gut zugänglich seitlich angesetzt. Der Öltank kommt mit 10 l Volumen aus, er ist vor dem Motor platziert und verfügt über einen Ölabscheider ohne Zentrifuge.

Abb. 7: Pumpen
Abb. 7: Pumpen


Rechts befinden sich die Saugpumpenstufen für Kurbelgehäuse, Turbolader und Zahnradschacht, über letzteren wird auch das Öl aus den Zylinderköpfen abgesaugt. Über den Ölpumpen sind die Kraftstoffpumpen angesetzt. Das anschließende Zwischengetriebe zur Wasserpumpe ermöglicht sowohl die motornahe Position des Spiralgehäuses als auch eine bedarfsgerechte Anpassung der Wasserpumpendrehzahl.

Der Generator ist stirnseitig im V unmittelbar hinter dem Öltank angeordnet. Der vom Nockenwellenzahnradtrieb ausgehende Antrieb erfolgt über einen kurzen Poly-V-Riemen, der für die Schwingungsentkopplung des Generators von der Kurbelwelle sorgt. Ebenfalls auf der linken Motorseite befindet sich der Anlasser. Der Anlasser ist notfalls durch einen Zugang in der Bodenplatte des Fahrzeugs wechselbar.

Abb. 8: Pumpenaggregate links
Abb. 8: Pumpenaggregate links


Der Zylinderkopf ist einteilig in Aluminiumguss ausgeführt, während die Zylinderkopfhaube mit den Motorbefestigungen aus dem Vollen gefräst wurde. Sie nimmt auch die Nockenwellenlager auf, was der Steifigkeit zu gute kommt, so dass Fahrwerkskräfte über das Monocoque und das Getriebe eingeleitet werden können.

Abb. 9: Zylinderkopf
Abb. 9: Zylinderkopf


Der zentral in der Zylindermitte angeordnete Injektorschacht ist über Verrippungen im Ölraum gut abgestützt und sorgt so für eine stabile Brennraumplatte. Jeweils zwei Ein- und Auslassventile sind parallel zur Zylinderachse angeordnet. Die Ventilsitzringe sind wegen der hohen Belastungen aus speziellen Sinter-Legierungen, die Ventilführungen aus einer Kupfer-Berylliumlegierung gefertigt. Der Ventiltrieb besteht aus natriumgefüllten Stahlventilen, konischen Ventilfedern und Gleitschlepphebeln. Der Ventilstern wurde optimiert, die Ventile an den vergrößerten Bohrungsdurchmesser angepasst. Die Nockenwellen aus Stahl sind aus Gewichtsgründen hohl gebohrt. Das neue Brennverfahren im 10-Zylinder erforderte größeren Nockenhub und andere Steuerzeiten.

Abb.10: Zahnriementrieb
Abb.10: Zahnriementrieb


Hydrauliksystem
Das Common-Rail-Kraftstoffsystem des R15 TDI, in enger Zusammenarbeit mit Bosch entwickelt, wurde für die Anwendung im Rennsport in wesentlichen Punkten adaptiert. Da die Kraftstoffpumpen vom Typ CP4.2 mit einer Übersetzung von 0,625 zur Motordrehzahl arbeiten, war eine Zwischenübersetzung notwendig. Die Fördermenge wurde an den jeweiligen Kraftstoffbedarf in den Drehzahlbereichen angepasst.

Abb. 11: Hydraulik R15
Abb. 11: Hydraulik R15


Der V10 arbeitet mit höheren Drücken im Rail, daher war eine Modifikation der Komponenten wie Steuerventile, Drucksensor, Injektoren etc. erforderlich, wobei insgesamt Gewicht eingespart werden konnte. Höhenwinkel, Lochanzahl/Ausführung und Düsenüberstand der Einspritzdüsen wurden auf die Brennverfahrensparameter abgestimmt. Infolge der erheblichen Veränderungen des Fahrzeugkonzepts war eine Neuentwicklung des Tanksystems mit elektrischer Vorförderpumpe nötig.

Der Motor im Fahrzeug
Einen Dieselmotor als Renntriebwerk zu konzipieren ist schon eine Herausforderung an sich. Im Sportprototypen kommt noch hinzu, dass wenig Bauraum zur Verfügung steht und die Einheit möglichst leicht, kompakt und stabil zugleich sein muss. Nur so lassen sich Nachteile gegenüber dem Benzinmotor in Hinsicht auf Gewicht, Aerodynamik, Schwerpunkt und Fahrwerksauslegung vermeiden.

Abb.12: Motorraumvergleich
Abb.12: Motorraumvergleich


Die Entwickler des Audi R15 achteten darauf, alle tragenden Komponenten mit gleich hoher Steifigkeit auszulegen, um das Fahrwerk optimal abstimmen zu können. Der Motor ist daher als voll tragende Einheit starr zwischen Cockpit und Getriebe in das Chassis integriert.

Für den aufgeladenen Motor hat die ausreichende Versorgung mit Ansaug- und Kühlluft eine besondere Bedeutung. Um Gewicht zu sparen und möglichst kleine Leitungsquerschnitte sowie geringe Strömungsverluste zu ermöglichen, sind die Ladeluft- und Wasserkühler nah beim Motor platziert.
Die Ansaugluft wird über Stutzen und Filter zum Motor geleitet, wie zuvor beim R10 auch. Mit max. 200° C gelangt sie vom Verdichter in den Ladeluftkühler, von dort über CFK-Rohre in den Ansaugtrakt.
Turbolader und

Abgasanlage mit DPF
Die Entwicklung des Turboladers mit variabler Turbinengeometrie (VTG) erfolgte in Kooperation mit Honeywell Garrett (USA) seit 2007. Mehrere Kriterien bestimmten die Auslegung: der durch Restriktor begrenzte Massenstrom vor dem Verdichter, die Ladedruckbegrenzung sowie turbinenseitig Abgastemperatur, Massenstrom und Dynamik der Regelung.
Das Ziel, für maximale Motorleistung eine Abgastemperatur von 1000° C zu erreichen, stellt hohe Anforderungen an die Bauteile, wie auch die kurzen Schaltzeiten, die präzise Ladedruckwechsel erfordern.

Abb. 13: Turbolader mit VTG
Abb. 13: Turbolader mit VTG


Werkstoffseitig wurde bei der Ladereineinheit auf Titan verzichtet. Einige Details: kugelgelagerte Welle, Schmierung über Drucköl, Ansteuerung der Schaufeln durch sehr schnelle Linearsteller, Ansteuerung über die Bosch-ECU.

Die Lader sind deutlich näher am Motor als beim R10, der Rußpartikelfilter sitzt wegen der erforderlichen Temperatur kurz hinter dem Turbinenaustritt. Die Abgase werden hinter dem Motor nach oben geleitet. [•]
Im nächsten Teil werden Aspekte wie Einspritzung, Verdichter, Turbine, Verbrauchssenkung, Abgasnachbehandlung, Berechnungen und Simulation behandelt.
Autoren der zugrunde gelegten Präsentation für das Wiener Motorensymposium: Dipl.-Ing. Ulrich Baretzky, Dipl.-Ing. Hartmut Diel, Dipl.-Ing. Wolfgang Kotauschek, Dipl.-Ing. (FH) Stefan Dreyer, Dr.-Ing. Peter Kuntz, Dipl.-Ing. Thomas Reuss, Dr.-Ing. Wolfgang Ullrich, Audi AG Ingolstadt/Neckarsulm, Dipl.-Ing. Wolfgang Hatz VW AG Wolfsburg

Der Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe motorsport-guide.
Teil 2 wird in der nächsten Ausgabe (August) folgen.










(von Michael Hackethal)

Stichworte:
Motor >> Motorenbau /-entwicklung